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NAS-Laufwerke für zu Hause - Musik und Videos von jedem Rechner

NAS: Alternative zum USB-Datenträger

Fabian Bauer mit Material der  dpa Michael Schwärzer
17.11.2009, 23:00 Uhr Fabian Bauer, mit Material der  dpa, Michael Schwärzer

Freigabe von Daten und Drucker im Heimnetzwerk
Viele Haushalte besitzen heute längst nicht mehr nur einen einzigen PC. Hinzu kommt, dass immer mehr Daten ihren Weg auf mobile Endgeräte wie Netbooks und Smartphones finden. Das bringt ein Problem mit sich: Fotos, Musikstücke, Videos und andere Dateien sind meistens nicht am gleichen Ort gespeichert. Und mancher Anwender ist das ewige Kopieren und Übertragen von Daten mit Hilfe externer Festplatten oder USB-Sticks leid. Eine Lösung sind NAS-Netzwerkspeicher. Sie sind auch für Heimanwender erschwinglich und schnell konfiguriert.

Beim Network Attached Storage (NAS) handelt es sich um einen Festplattenspeicher, der ans Netzwerk angeschlossen ist. Der NAS ist damit nicht wie eine USB-Festplatte einem einzelnen PC zugeordnet, sondern für alle Rechner im Netzwerk gleichzeitig nutzbar. Wer mehrere Rechner betreibt, besitzt heutzutage meistens einen Router, an welchen er das NAS anschließen kann. So muss er keine USB-Geräte mehr mit sich herumtragen.

Mehr Speicherbedarf zu Hause

Der Bedarf an NAS-Lösungen wächst: "Die immer intensivere Nutzung und Erstellung digitaler Medien und Inhalte haben den Speicherplatzbedarf im Heimbereich regelrecht explodieren lassen", sagt Andreas Arndt vom Hersteller Buffalo Technology in Düsseldorf. Mit einer Digitalkamera mit hoher Auflösung gemachte Aufnahmen zum Beispiel können schnell 20 oder mehr Megabyte pro Bild umfassen. Und nur eine Stunde Full-HD-Video können 10 Gigabyte Speicher belegen.

NAS-Systeme: Netzspeicher
NAS-Geräte gibt es mit und ohne eingebaute Festplatte. Hierbei sollten Käufer darauf achten, dass wirklich eine Festplatte dabei ist. Viele Anbieter locken mit Modellen, welche keine Festplatte enthalten. Diese erscheinen dem Endverbraucher auf dem ersten Blick günstig, jedoch kommen weitere Zusatzkosten für die benötigte Festplatte hinzu. Eine etwas andere NAS-Variante sind mit Software von Microsoft ausgestattete Windows Home Server, die immer schon mit Platten kommen und für Windows-Rechner einige Zusatzfunktionen bieten. Ein Windows Home Server ist jedoch deutlich teurer als eine einfache NAS-Lösung.

Die Konfiguration eines NAS, etwa das Festlegen eines Zugangspasswortes, ist meist relativ unkompliziert - sie erfolgt in der Regel mit Hilfe eines Browsers über das Heimnetzwerk. In der Regel gehört zum Lieferumfang auch ein Hilfsprogramm für die NAS-Einrichtung.

Eine breite Palette an Sicherheit

Bei der Einrichtung der Zugriffsrechte sollte man am besten auf das Handbuch und den Konfigurationsassistenten vertrauen. Generell gilt: Wer keinen Fernzugriff über das Internet benötigt, sollte diesen auch nicht aktivieren. Zugriffsrechte innerhalb des Hauses oder der Wohnung müssten schließlich durch WLAN-Verschlüsselung abhörsicher sein. Außerdem ist es möglich, einen passwortgeschützten Bereich einzurichten. Dieser kann beispielsweise verhindern, dass Kinder auf Seiten gehen, welche nicht für sie geeignet sind.

Um die auf dem NAS gespeicherten Daten gegen einen Totalverlust zu schützen, ist es sinnvoll, im Netzwerkspeicher zwei oder noch mehr Festplatten zu verwenden. So lassen sich Daten zur Sicherheit doppelt speichern - diese von NAS üblicherweise unterstützte Funktion wird RAID genannt. Es gibt verschiedene RAID-Varianten: Nahezu zu 100 Prozent zuverlässig sind RAID-1-Systeme, die den Datenbestand auf mindestens zwei Festplatten spiegeln.

Steckt im NAS nur eine Festplatte, sollten der Benutzer darauf gespeicherten Daten durch ein Backup sichern. Dazu benutzten Anwender entweder eine externe Festplatte oder ziehen die Daten auf einen anderen PC, insofern dort genügend Platz ist. Alles in allem ist ein NAS-Speicher eine gute Lösung, wenn Daten im lokalen Netzwerk zentral gespeichert und für verschiedene netzwerkfähige Geräte abrufbar gemacht werden sollen.

RAID-Systeme bieten Schutz

Mit Hilfe von RAID-Systemen werden Daten mehrfach gespeichert. So kann einem Datenverlust vorgebeugt werden, der durch den Ausfall einzelner Festplatten entstehen könnte. Dafür gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: RAID-1 speichert alle Daten identisch auf zwei Platten. Das hat den Nachteil, dass der doppelte Speicher verbraucht wird. Andererseits bleiben die Daten voll erhalten, wenn eine Festplatte kaputt geht.

Für RAID-5 benötigt der Anwender mindestens drei Festplatten. Der Vorteil ist, dass aus dem Inhalt von zwei Platten der Inhalt der dritten Platte rekonstruiert werden kann. Das erhöht die Sicherheit und verschwendet gleichzeitig nicht so viel Speicherplatz. Für den Heimanwender ist es aber sinnvoller, die Daten zusätzlich extern zu speichern. Denn wenn nicht die integrierte Festplatte, sondern ein anderes Teil des NAS defekt ist, komme der Nutzer nur schwer wieder an seine Daten.

Die gängigsten RAID-Systeme im Überblick

  • RAID-0:
  • Beschleunigung von Festplattenzugriffen
  • Zwei (oder mehrere Platten) zu einer zusammengefasst
  • Verteilt Daten über mehrere Platten
  • Paralleles Lesen und Schreiben
  • Unsicher: Ist eine Platte defekt, sind alle Daten verloren

  • RAID-1:
  • Automatisches Spiegeln von zwei (oder mehreren) Festplatten
  • Bei Ausfall bleiben Daten erhalten
  • Nur Hälfte an Speicherplatz verfügbar

  • RAID-5:
  • Verteilung von Daten auf mehrere Platten
  • Mindestens drei Platten benötigt
  • Schnelleres Lesen
  • Kostengünstige Möglichkeit
  • Wiederherstellung über zusätzliche Platte
  • Nur wenig Speicher geht verloren
Autor: Philipp Laage (dpa)

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